Im Rahmen unseres medienpädagogischen Nachmittags konnten wir heute noch einmal Mitarbeiter vom SchülerVZ bei uns auf dem Sofa begrüßen. Sascha und Maren, beide aus dem Bereich User Care, sprachen mit den Medienpädagoginnen Birgit Marzinka (Bits21) und Bettina Sieding (freie Referentin für Medienkompetenzbildung bei Erwachsenen) über die Lehrbarkeit von Medienkompetenz.
Bettina Sieding weist daraufhin, dass allein der Begriff Medienkompetenz ja schon schwierig sei, da er so vielfältig ist. Es geht dabei eben nicht nur um technische, vielmehr sogar um soziale Kompetenzen und gestalterische Aspekte. Das bedeuteut: wie können wir die Medienangebote für uns nutzbar machen, wie können wir sie kritisch betrachten und nutzen. Während junge Menschen heutzutage mit den zahlreichen interaktiven Medienangeboten aufwachsen, haben Ältere oft Schwierigkeiten, mitzuhalten und vor allem die Faszination, die diese Angebote auf Kinder ausübt, zu verstehen.
Auch Birgit Marzinka weiß, dass es nicht allein um technische Aspekte gehen kann. Besonderen Wert legt sie auf die Beschäftigung mit der Art des Umgangs. Anstatt Kinder und Jugendliche lediglich vor Social Communities und ähnliche Web2.0 Praktiken zu warnen, fordert sie sie offensiv auf, diese Angebote zu nutzen. Sie sagt: “Wir zeigen denen dann einfach mal, wie man sein eigenes Weblog aufsetzt und das nehmen sie dann an und nutzen das für eine Projektwoche zum beispiel. Und durch den aktiven Umgang, durch diese Anwendung lernen sie auch etwas über die anderen Plattformen.”
Maren und Sascha sind sich ihrer Verantwortung als Betreiber einer Community-Plattform für Schüler wohl bewusst. Gemeinsam leisten sie medienpädagogische Aufklörungsarbeit einerseits für die Kids und User, andererseits aber auch für deren Eltern und Lehrerinnen und Lehrer. Auf einer eigenen Infoseite für Erwachsene stellt SchülerVZ eine Reihe von eigens erarbeiteten Informationsmaterialien bereit, die auch für den Einsatz im Unterricht konzipiert sind. Maren erläutert: “Unsere Mappen gliedern sich in drei Teile. Erstens: Was sind soziale Netzwerke allgemein, zweitens: Infos zu Datenschutz und Privatsphäre und drittens: Verhaltensweisen und Selbstdarstellungen im Internet. Diese Sachen können viele Themen aber nur anschneiden. Wir sehen sie als Ergänzung zu anderen Materialien wie zum Beispiel von klicksafe.”
Auf dem Podium ist man sich also einig: Es lauern einige Gefahren in sozialen Netzwerken und im Internet generell, aber nicht das Verbieten ist der richtige Erziehungsweg, sondern die gezielte Bildungsarbeit in diesem Bereich, die die Kinder und Jugendlichen als (Medien)macher mit einbezieht, sie auf die Gefahren hinweist, aber die Möglichkeiten nutzen lässt.
Und hier auch der ganze Talk als Audio-Podcast: